Beileidsschreiben

Engelsstatue

Ratgeber für Beileidsschreiben

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll – ich bin sprachlos – mir fehlen die Worte …“

So oder ähnlich reagieren und denken die Meisten von uns, wenn wir eine traurige Nachricht erhalten, wenn wir erfahren müssen, dass ein lieber Angehöriger, ein guter Freund, eine langjährige Freundin, ein Kollege, ein Mensch, den wir kannten, gestorben ist. Es ist eine gute Sitte und oft auch ein persönliches Bedürfnis, die Erinnerung an den Verstorbenen und die Teilnahme an der Trauer der Hinterbliebenen in einem Beileidsschreiben in Worte zu fassen und damit andere und sich selbst über einen großen Verlust zu trösten.

Aber gerade dabei fehlen uns meist die richtigen Worte. Wenn Sie sich der traurigen Aufgabe stellen, einen Kondolenzbrief zu schreiben, machen Sie den Adressaten, aber auch sich selbst deutlich, dass der Verstorbene nicht vergessen ist und wird. Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie in Ruhe, so ehrlich und einfühlsam wie möglich.

Stil und Inhalt sollten immer Ihrer Beziehung und dem Grad der Vertrautheit zum Verstorbenen und dessen Hinterbliebenen entsprechen. Im Zweifelsfall setzt man besser auf etwas Zurückhaltung und schreiben Sie unbedingt handschriftlich. Aus Unsicherheit vermeiden viele Menschen in der ersten Zeit nach dem Eintritt des Todes den persönlichen Kontakt mit den Hinterbliebenen.

Man möchte nicht stören oder aufdringlich und neugierig wirken. Darum ist ein Beileidsschreiben das geeignete Mittel, denn ein Brief stört nicht, er kann in aller Ruhe zu einem gewünschten Zeitpunkt gelesen werden.

Was sie nicht schreiben sollten

Vermeiden Sie Floskeln wie „Das Leben geht weiter“, „Kopf hoch“ usw. Und wenn Ihnen wirklich die Worte fehlen, dann schreiben Sie das auch. Vermeiden Sie auch christliche oder andere religiöse Formulierungen und (Bibel-)Sprüche, es sei denn, Sie wissen ganz genau, dass die Hinterbliebenen, an die Ihr Brief gerichtet ist, gläubig sind.

Aufbau des Kondolenzschreibens in der Übersicht

Persönliche Anrede
Die Formulierung der Anrede ist abhängig von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen:

  • Liebe Eva, lieber Heinz,
  • Liebe Frau Schmidt, lieber Herr Schmidt,
  • Liebe Familie Schmidt,
  • Sehr geehrte Frau Schmidt,

Anfangsformulierungen
Beginnen Sie direkt mit dem Ausdruck Ihrer Trauer:

  • Wir können nicht fassen, dass dein Vater uns für immer verlassen hat …
  • Zum Tode Ihres Mannes sprechen wir Ihnen unsere Anteilnahme aus …
  • Ich bin tief getroffen und spreche dir mein tiefes Mitgefühl aus …
  • Es schmerzt so sehr, einen guten Freund zu verlieren …
  • Mit Bestürzung haben wir vom tragischen Tod deiner Tochter erfahren …
  • Wir teilen mit Ihnen den schmerzlichen Verlust, den Sie durch den Tod von Marie erlitten haben …

Würdigung des Verstorbenen, persönliche Erinnerungen
Was wird Ihnen fehlen und woran erinnern sie sich gerne?

  • Wir können wohl kaum ermessen, welchen Verlust sein Tod für Ihr Unternehmen darstellt. Viele Menschen werden sich dankbar und liebevoll an ihn erinnern …
  • Alle die sie kennen durften, haben ihre besondere Ausstrahlung und Hilfsbereitschaft geschätzt …
  • Wir haben sie so lieb gehabt und ihre positive Lebenseinstellung wird uns immer ein Vorbild sein …
  • Wir werden ihn in bester Erinnerung behalten und sein Lebenswerk in seinem Sinne weiter führen …

Mitgefühl, Hilfe und Abschlussworte
Beenden Sie das Beileidsschreiben mit einem Satz des Mitgefühls und einem Hilfeangebot:

  • Ich wünsche Ihnen die Kraft, die Sie jetzt brauchen, um das Leben allein zu meistern …
  • Ich bin jederzeit für dich und die Kinder da …
  • Wir fühlen und trauern mit Ihnen …
  • Ich kann nur ahnen, wie groß Ihr Schmerz und wie tief Ihre Trauer ist …
  • Ich bin sehr traurig und in Gedanken bei euch …
  • In tiefer Trauer und innigem Mitgefühl …
  • Ich werde Ihrem Vater ein ehrendes Andenken bewahren …

Das Beileidsschreiben kann zum Schluss auch den Hinweis enthalten, dass man erst jetzt vom Sterbefall erfahren hat und die Bitte um Verständnis dafür, dass man an der Beerdigung nicht teilnehmen konnte. Wenn der Brief jedoch rechtzeitig verfasst und abgeschickt wird, kann er auch den Hinweis enthalten, dass man persönlich an der Beerdigung teilnehmen wird.

In erster Linie zählt, dass Sie das Beileidsschreiben mit Herz schreiben und auch in diesem sensiblen Bereich gilt:
Weniger ist (fast immer) mehr.

Autorin: Liesa Hess,
Christ-All Bestattungen
www.christ-all-bestattungen.de