Erbenermittlung Erbenberatung

Erben unbekannt?

Auch nach der Beisetzung eines Verstorbenen gibt es für die Hinterbliebenen noch viele Dinge zu tun und zu bedenken, so auch den Nachlass zu regeln. Hat ein Erblasser ein Testament errichtet und seinen letzten Willen kundgetan, kann dieser unter Beachtung der entsprechenden bürokratischen Formalitäten erfüllt werden.

Was aber, wenn versäumt wurde, den letzten Willen festzulegen und kein Testament vorhanden ist?

Es ist leider eine Tatsache, dass das Vorhandensein eines Testaments eher die Ausnahme darstellt. Sofern keine Verfügung von Todes wegen – so der juristische Fachbegriff – vorliegt, tritt die gesetzlich geregelte Erbfolge ein. So ist es z.B. möglich, dass in kinderlosen Ehen nicht nur Ehepartner allein erben, sondern auch Eltern oder Geschwister bzw. deren Abkömmlinge. Hierzu sowie in allen juristischen Fragen der Nachlassregelung sollten sich die Hinterbliebenen bei einem Anwalt oder Notar ihres Vertrauens beraten lassen.

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Nicht selten haben Familienstreitigkeiten, häufiger Wohnortwechsel, Scheidung, Auswanderung oder auch soziale Vereinsamung dazu geführt, dass der Aufenthalt möglicher Miterben unbekannt ist. In nicht wenigen Fällen muss der Verbleib der Gesuchten im Ausland ermittelt werden.

Zum Nachweis der Erbfolge ist es zwingend erforderlich, die familiären Zusammenhänge und Personenstandsfälle (Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen, -scheidungen, usw.) mit Urkunden zu belegen. Für die Hinterbliebenen ist dies alles schwer zu überschauen und zu handhaben und in der Regel ohne fachkundige Unterstützung nicht zu lösen.

Sie sind gut beraten, sich in einem solchen Fall vertrauensvoll an einen erfahrenen Erbenermittler zu wenden.

Autorin:
Solveig Steiger,
Genealogische Nachforschungen & Erbenermittlung

Todesfall und Bankangelegenheiten

Für Hinterbliebene stehen beim Todesfall einer nahe stehenden Person neben den Bestattungsformalitäten noch weitere nicht alltägliche Dinge an. Hiermit meine ich die Bankangelegenheiten des Erblassers.

Unterlagen sichten und handeln

Wichtig ist, sich zunächst eine Übersicht über Konten etc. zu verschaffen. Das betrifft Guthabenkonten genauso wie Kreditverträge, Wertpapiere oder Schließfächer oder auch Beteiligungen am Kapitalmarkt. Weisungen des Erblassers, welche dieser zu Lebzeiten erteilt hat, müssen ggfls. gestoppt werden. Hier kann es sich z.B. um die Ausführung von Daueraufträgen und die Einlösung von Lastschriften handeln. Alles muss gesichtet werden. Ganz wichtig ist, sich einen Überblick über die vom Erblasser zu Lebzeiten erteilten Vollmachten – evtl. Vorsorgevollmachten – zu verschaffen.

Diese gelten grundsätzlich über den Tod hinaus, so dass Bevollmächtigte hiermit sogar noch über zur Erbmasse gehörende Konten und Gegenstände verfügen könnten. Besonderes Augenmerk ist auf möglicherweise vorhandene Sparbücher zu legen, bei denen keine Legitimationsprüfung erfolgt und eine Auszahlung von bis zu 2.000,00 € pro Kalendermonat jederzeit an den Vorlegenden erfolgen kann. Des Weiteren können Begünstigungserklärungen zu Gunsten dritter Personen bestehen, sodass das Guthaben nicht zum Nachlass gehört und die Erben nicht verfügen dürfen. Zu beachten ist ferner, dass nach dem Tod gezahlte Renten seitens des Rentenversicherungsträgers von den Erben zurückgefordert werden können.

Legitimation durch Erbschein

Die Legitimation gegenüber einem Kreditinstitut erfolgt durch Erbschein oder durch das Testament mit Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichtes. Auszahlungen von Guthaben (mit Ausnahme der bereits genannten Sparbücher) erfolgen grundsätzlich nur an die Erben gegen Erbnachweis. Ein Erbschein ist unerlässlich, wenn Immobilienvermögen vorhanden ist, es sei denn, es gibt ein notariell beurkundetes Testament. In Ausnahmefällen lassen sich Kreditinstitute darauf ein, bis zu einer bestimmten Höhe Guthaben an die Erben auch ohne Erbschein auszuzahlen.

Unterstützung

Viele Erben wünschen sich bei der Regelung der Bankangelegenheiten kompetente und fachkundige Begleitung. Besonders in komplexen Fällen ist dies empfehlenswert.

Autorin: Ruth Stefanie Breuer,
Rechtsanwältin und Fachanwältin für
Bank- und Kapitalmarktrecht in Berlin Mitte