Hospizarbeit

Ambulante Hospizarbeit – Hilfe in der letzten Lebenszeit

Menschen, die  an einer fortschreitenden, nicht heilbaren Erkrankung leiden, stellen sich häufig die Frage, wie und wo sie ihre letzte Lebensphase verbringen können. Die Berliner Hospizdienste und Hospize bieten dabei von der Auseinandersetzung mit einer unheilbaren Diagnose bis zu der Erfahrung, dass der Alltag von zunehmenden Symptomen der Erkrankung geprägt wird, ihre Unterstützung an.

Viele Menschen denken beim Begriff „Hospiz“ sofort an ein Haus, d.h., an die stationäre Form der Hospizarbeit. Gemäß dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ gibt es jedoch in Berlin inzwischen ein Netz von über 20 ambulanten Hospizdiensten, die den Betroffenen und ihren Angehörigen in wichtigen Fragen und Alltagssituationen zur Verfügung stehen. Dieses Angebot ist für diejenigen, die es in Anspruch nehmen, kostenlos!

Eine gute Zusammenarbeit der Hospizdienste mit den in der medizinischen und pflegerischen Versorgung Tätigen ist dabei eine Selbstverständlichkeit.Im Hospizdienst TAUWERK e.V., der 1997 von franziskanischen Schwestern und Brüdern in Pankow gegründet wurde, haben sich Menschen zusammengeschlossen, denen es ein Anliegen ist, schwerkranke und sterbende Menschen mit AIDS in Berlin zu unterstützen und zu begleiten. Unter der Leitung fachlich qualifizierter Koordinatorinnen begegnen unsere entsprechend geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen den Menschen, die diese Form hospizlicher Begleitung wünschen, an ihrem jeweiligen Lebensort: in der eigenen Wohnung, im Wohnprojekt, Pflegeheim oder auch im Krankenhaus.

Auch wenn der Hospizdienst TAUWERK e.V. seinen Sitz in Pankow hat, ist die begleitende Arbeit der Mitarbeiterinnen nicht auf diesen Bezirk beschränkt, sondern findet berlinweit statt. Wichtig ist uns dabei die Offenheit für die jeweiligen Bedürfnisse derer, die unseren Dienst in Anspruch nehmen. Sie stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit, um auch diese Lebensphase nach den je eigenen und individuellen Wünschen gestalten zu können.

Dies beinhaltet immer auch den Respekt vor der freien und persönlichen Entscheidung des Einzelnen sowie die Einhaltung der Schweigepflicht durch die Hospizhelferinnen.

Wenn Sie Fragen zur ambulanten Hospizarbeit haben, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf!

Autorin: Schwester Hannelore Huesmann,
Leiterin des Hospizdienstes TAUWERK e.V.
http://www.hospiztauwerk.de/

Weitere Informationen zum Thema Hozpizarbeit in den Berliner Bezirken und in Brandenburg finden Sie in den einzelnen Broschüren auf der Seite PUBLIKATIONEN.

Leben bis zuletzt
Hospiz- und Palliativversorgung in Berlin

Im Mittelpunkt der Hospiz- und Palliativarbeit stehen die Beratung und die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie die Unterstützung der Angehörigen in der Zeit der Krankheit, des Abschiednehmens und der Trauer. Ziel dabei ist die Verbesserung oder der Erhalt der Lebensqualität durch professionelle Pflege, lindernde Medizin und menschliche Zuwendung.

Menschen mit einer unheilbaren und fortschreitenden Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders aufwendige Betreuung benötigen, haben einen Rechtsanspruch auf eine Versorgung durch spezialisierte Ärzte, Pflegedienste und Einrichtungen. Ein in Berlin gut ausgebautes Netzwerk von palliativen Leistungserbringern engagiert und organisiert sich miteinander für die Belange der Betroffenen.

Allgemeine Palliativversorgung

Diese Basisversorgung wird durch Hausärzte und durch ambulante Pflegedienste im Rahmen der Häuslichen Krankenpflege geleistet. Ehrenamtliche Helfer der ambulanten Hospizdienste können hinzu gebeten werden.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Schwerstkranke, die eine besonders aufwendige Versorgung benötigen, erhalten umfassende ärztliche und pflegerische Leistungen, einschließlich ihrer Koordination insbesondere zur Schmerztherapie und Symptomkontrolle. Ziel ist es, die Versorgung so lange wie möglich im häuslichen Bereich sicher zu stellen.

Ambulante palliative Pflegedienste

Neben der Pflege gehört auch die Unterstützung und Anleitung der Angehörigen zum Aufgabenfeld dieser spezialisierten Dienste. Sie sind eingebunden in das Versorgungsnetzwerk bestehend aus SAPV-Arzt, ambulanten Hospizdienst, stationären Hospiz und Palliativstation.

Beratungsstelle

Die Zentrale Anlausstelle Hospiz berät Schwerstkranke, deren Angehörigen und Professionelle bei Fragen zu Sterben, Tod und Trauer und stellt Kontakte zu unterstützenden Angeboten her.

Palliativstation im Krankenhaus

Hier steht die Linderung oder Beseitigung von Begleitsymptomatiken, wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Depressionen im Vordergrund. Ziel ist eine möglichst hohe Lebensqualität in der häuslichen Versorgung zu erreichen.

Stationäre Hospize

Wenn die häusliche Versorgung am Ende des Lebens nicht mehr ausreichend gesichert ist, sind Hospize der beste Ort, um die letzten Tage und Wochen des Lebens würdevoll und selbstbestimmt zu verbringen. Spezialisierte Palliativärzte, pflegerisches Fachpersonal, Sozialarbeiter und Seelsorger übernehmen die medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung. Die dafür erforderlichen Kosten übernehmen zu 90% die Kranken- und Pflegeversicherungen, die verbleibenden 10% werden über Spenden finanziert. Für den Schwerstkranken ist der Aufenthalt kostenfrei.

Weitere Informationen:
Hospiz- und PalliativVerband Berlin e.V.: www.hospiz-berlin.de

Autor: Joachim Müller,
Leitung Caritas-Hospiz Pankow
http://www.caritas-hospiz-pankow.de/