Der Bestatter

Der Bestatter – Spezialist in Sachen Trauer

Bestatter sind Experten, wenn es um das Thema Tod geht. Sie übernehmen auf Wunsch alle Aufgaben rund um die Bestattung. Dabei ist Vertrauen wichtig.

Das Image der Bestatter könnte besser sein. Dabei hätten aber Bestatter gerade durch ihren Umgang mit Verstorbenen eine ungemein wichtige, existenzielle Aufgabe: „Sie erfüllen ein Grundbedürfnis menschlicher Kultur, indem sie als Mittler zwischen den Welten, als Schleusenwärter des Überganges vom Leben in den Tod fungieren. Bestatter helfen den Hinterbliebenen, den definitiven Statuswechsel des Verstorbenen zu verstehen und eine neue Beziehung zu diesem aufzubauen“. Viele Klischees, die den Bestattern anhaften, sind fern der Realität. Häufig werden sie beispielsweise mit dem Totengräber verwechselt, dessen Nachfolger sie aber gerade nicht sind. Und wie sieht die Branche sich selbst? „Uns Bestattern geht es natürlich in erster Linie darum, Traditionen zu wahren und den Verstorbenen Würde zu geben und Wertschätzung entgegenzubringen. Darin sind wir konservativ.

Das heißt aber natürlich nicht, dass wir immer nur zurückschauen. Modernität und individuell ausgearbeitete Konzepte für die Trauernden sind sehr wichtig“. Zudem seien Bestatter die einzigen Experten, wenn es um den Tod geht. „Den meisten Menschen fehlt es an Erfahrung im Umgang mit dem Tod. Sie sind hilflos, wenn jemand stirbt“. Früher habe man sich zuerst dem Pfarrer anvertraut. Heute werde der Bestatter gerufen. „Damit ist er der wichtigste Ansprechpartner nach dem Tod eines Angehörigen.“ Er berät seine Kunden auch bei der Bestattungsvorsorge, meldet die Rentenversicherung ab, organisiert die Trauerfeier, engagiert einen Trauerredner, kümmert sich um die Blumendekoration oder wählt die Trauermusik aus. „Bestatter sind heute hochgradig spezialisiert und immer auch beratend tätig“, erklärt der Fachmann.

Die Wahl des Bestatters habe sehr viel mit persönlicher Bindung zu tun. Wichtig sei deshalb ein Vertrauensverhältnis. „Das gilt auch für die Hinterbliebenen“, „die sich im Todesfall an den Bestatter wenden können, den sich der Verstorbene gewünscht hat.“ Gerade deshalb rät das Kuratorium dazu, sich schon zu Lebzeiten mit der Wahl des Bestatters zu befassen.

Doch welcher Bestatter ist der Richtige? „Es kommt vor allem auf das Bauchgefühl an. Der Bestatter bietet eine existenzielle Dienstleistung auf der Grundlage einer hohen fachlichen und ethischen Kompetenz an. Sie machen kein Geschäft mit dem Tod“, meint der Experte.

„Wer nur eine Bestattung verkauft, ohne zu beraten, begleiten und entlasten, ist kein Bestatter, sondern jemand, der sich mit Bestattungen befasst.“ Auch auf die Seriosität kommt es an. Der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) hat deshalb neben seiner Internetseite www.bestatter.de mit www.memoriam.de das „Deutsche Trauerportal“ online gestellt. Dort können Angehörige gezielt nach geprüften Bestattern in ihrer Nähe suchen. Bundesweit sind etwa 1.100 Beerdigungsunternehmen geführt, die das Fachzeichen „Bestatter – vom Handwerk geprüft“ des Bundesverbandes tragen.

„Wer das Markenzeichen hat, erfüllt strenge Kriterien“. „Sie sind durch Aus‐ und Fortbildung besonders geschult. Sie sind rund um die Uhr ansprechbar, decken alle Bereiche der Bestattung ab und sind technisch auf dem höchsten Stand.“

Autor:
Dipl.-Theol. Oliver Wirthmann,
Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V.
www.bestatter.de/kuratorium

Thanatopraxie – was ist das?

Das Wort Thanatopraxie leitet sich vom Begriff Thanatos ab, dies ist der „Gott des sanften Todes“ in der griechischen Mythologie.

Die Begrifflichkeit wurde aus Frankreich übernommen und steht im weitesten Sinne für die weiterreichende Versorgung von Verstorbenen. Hierzu zählen insbesondere die rekonstruktive Kosmetik zum Beispiel bei Verunfallten, wie auch temporäre Konservierung von Verstorbenen, die zum Beispiel für Auslandsüberführungen in vielen Fällen vorgeschrieben ist. Letzteres geschieht im Wesentlichen durch einen Austausch des Blutes gegen eine desinfizierende und fixierende Flüssigkeit über das menschliche Gefäßsystem.

Die Thanatopraxie hilft in den Fällen der rekonstruktiven Kosmetik, eine offene Aufbahrung für die Angehörigen angenehmer zu gestalten oder überhaupt erst möglich zu machen. Die vorübergehende Konservierung ermöglicht eine Abschiednahme am offenen Sarg auch noch nach mehreren Wochen und leistet einen Beitrag zur Hygiene.

Die Weiterbildung zum „geprüften Thanatopraktiker“ beim Deutschen Institut für Thanatopraxie umfasst sowohl den Erwerb der notwendigen Fachkenntnisse zur Durchführung dieser temporären Konservierung, die auch Einbalsamieren oder Embalming genannt wird, wie auch zur Rekonstruktion stark verletzter Verstorbener.

Neben den praktischen Dingen und der erweiterten Waren- und Materialkunde, umfasst diese Weiterbildung einen erheblichen Anteil an medizinischen Grundkenntnissen, aber auch an rechtlichem und kulturellem Hintergrundwissen. Abgeschlossen wird die Weiterbildung mit umfangreichen theoretischen und praktischen Prüfungen vor der Handwerkskammer Düsseldorf.

Ein wesentlicher Teil der praktischen Ausbildung erfolgt in der Regel im Ausland. Ausbildungsvoraussetzung ist die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Bestattungsfachkraft oder zum geprüften Bestatter. Deutschlandweit gibt es etwa 70 geprüfte Thanatopraktiker, die über das Deutsche Institut für Thanatopraxie miteinander vernetzt sind. Während in anderen Ländern, wie etwa den USA, aber auch Großbritannien und Frankreich teilweise der überwiegende Anteil aller Verstorbenen einbalsamiert wird, sind es in Deutschland nur etwa 2-4% der Verstorbenen.

Autor: Dipl.-Ing. Fabian Lenzen,
Pressesprecher der Bestatter-Innung von Berlin und Brandenburg und geprüfter Thanatopraktiker
bestatterinnung-berlin-brandenburg.de

Eine Erinnerung an die Liebsten

Totenmasken, Hand, Fuß und Fingerabdrücke – dies alles sind Erinnerungen an unsere Verstorbenen.

Faschingszeit ist Maskenzeit – aber jener Gesichtsschmuck, den Jens Kick anfertigt, ist nicht für eine rauschende Ballnacht gedacht, sondern als Erinnerung an unsere Liebsten, die von uns gegangen sind. Und während das Wort „Maske“ im herkömmlichen Sinn einen Teil des Gesichtes verdeckt, vollbringt die Totenmaske genau das Gegenteil. Sie gibt etwas frei, was in dieser Form einzigartig ist: der unwiederbringliche Augenblick des Totes wird für immer festgehalten und der verstorbene Mensch lässt uns teilhaben am letzten Augenblick seines Lebens.

Manchmal wird für uns der Verstorbene erst jetzt in seiner gesamten Schönheit unverstellt sichtbar, wenn alles Irdische losgelassen wurde, wenn Schmerz oder Todeskampf vorbei sind und das Antlitz nun Entspannung, Frieden und Verklärung ausstrahlt.

Anders als bei einer Fotografie wird es möglich, diesen unvergänglichen Spuren immer wieder nachzugehen: jede Furche, jede kleinste Falte – Zeichen gelebten Lebens – kann mit den Fingern noch einmal ertastet werden, jede Pore, jede Einzigartigkeit des Gesichtes kann immer wieder erspürt werden. Gleichzeitig wird der Tod im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“, was besonders bei plötzlichem oder frühem Tod hilfreich sein kann, um die Endgültigkeit des Lebens zu realisieren.

Oft werden diese Augenblicke der Berührung zu intensiven meditativen Erfahrungen, in dem die gemeinsame Zeit im Rückblick noch einmal erlebbar und wertgeschätzt wird. In einem inneren Zwiegespräch mit dem Verstorbenen kann im Laufe der Zeit Aussöhnung erfolgen mit dem, was weniger gut gelungen ist im gemeinsamen Leben und somit von unschätzbarem Wert für den gesamten Trauerweg in eine befreite Zukunft werden.

„Immer mehr Menschen lassen von ihren engsten Verstorbenen bei uns Totenmasken oder Schmuckstücke mit dem Fingerabdruck ihrer lieben Verstorbenen anfertigen“, erzählt Jens Kick, Bestattungsfachkraft bei Greiwe Bestattungen in Weißensee.Auch spezielle Kundenwünsche und Sonderanfertigungen sind jederzeit möglich.

Autor: Jens Kick,
GREIWE Bestattungen
www.greiwe-bestattungen.de